About

Die kurze Version gibt’s unter:

http://www.dinah-marte-golch.de

Und hier kommt die lange Version:

Als ich fünf war, wusste ich schon, was ich einmal werden wollte: Schriftstellerin! (Alternativ: die weibliche Reinkarnation von Colt aus der Serie „ein Colt für alle Fälle“, die wir nur heimlich sehen konnten, da Fernsehen verboten war.)
Meine Familie (vier Geschwister, Vater, Mutter) wurden dann zu allen Schenkgelegenheiten mit Selbstgeschriebenem beglückt: Märchen, Kurzgeschichten, Gedichte, Satiren, Thomas-Mann-Imitate, Hemingway-Immitate.

Mit siebzehn Jahren unterbrach ich das Gymnasium für ein Jahr und fing an, bei der Werbeagentur start.advertising in München zu arbeiten.
Yeah, babe, jetzt wusste ich, wofür ich geboren worden war. (Damals waren es noch goldene Zeiten, Werbung durfte noch Spaß machen und kreativ sein).
Nach dem Jahr machte ich auch mein Abitur, aber eigentlich störte das zur Schule gehen ziemlich beim Arbeiten in der Agentur. Ich hatte gleich im ersten der vier Abiturhalbjahre Attestpflicht.
Nach dem Abi bewarb ich mich bei der Agentur Heye&Partner als Werbetexterin für McDonald´s. Ich glaube, ich habe Creative Director einfach durch Unverschämtheit überfahren: „Ich bin super und reiße mir schwer den Arsch auf. Ich würde ganz gerne morgen anfangen. Um wieviel Uhr geht es los?“ Heute würde ich vor Scham im Boden versinken, aber damals fing ich am nächsten Tag an zu arbeiten.
Ich gewann ein paar Medaillen für Werbekampagnen (zB: McDonald´s „Los Wochos – die schärfsten Wochen des Jahres“) und beschloss mit 22, zusätzlich Germanistik zu studieren. Wieder störte das zur Uni-gehen beim Arbeiten (ich war jetzt „Freelancer“, damals eine sehr hippe Berufsbezeichnung).

Ich mache es kurz: die Kombination war suboptimal. In den Vorlesungen unterfordert, beim Arbeiten überfordert, weil ich dachte, jeden Job annehmen zu müssen. Blöderweise glichen sich die beiden Forderungs-Konten nicht aus …

Und dann fiel mir ein, was ich als Kind werden wollte, und das war werder eine totschick gestresste Werbeschnalle, noch eine Sekundärliteratur schleppende, gelangweilte Germanistin.

Also nahm ich mir ein Jahr Auszeit und schrieb einen Roman. Ich war zehn Monate im Flow, im High, im Schreibendorphinrausch. Und als das Buch fertig war, im Endorphinentzug, auch bekannt als schriftstellerische Wochenbettdepression.

Eines Morgens wachte ich auf und wusste: Ich will ins Ausland. Um meine Krativität weiter freizusetzen, das spürte ich, musste ich mal raus aus München. Zwei Wochen später stand ich mit einem One-way-Ticket und zwei Koffern am Flughafen.
Ich lebte ein Jahr in Spanien, in dem Fischerort „Port dés Canonge“ (sprich: pordauganaundsche), in einem kleinen Häuschen mit Kamin und Patio (für 850 Mark) direkt am Meer. Meine Nachbarn sprachen nur Spanisch und von meinem Arbeitszimmer aus sah ich nur die Weite des Balearischen Meeres.
An diesem paradisischem Ort erfüllte ich mir meinen zweiten Kinderwunsch: einen Hund! Thommy, ein mallorquinischer Schäferhund, mauserte sich in einem Jahr von 1,5 kg auf 45 kg Lebendgewicht und versuchte mich jedesmal zu retten, wenn ich im Meer schwimmen wollte.
In Port d’es Canonge schrieb ich mein erstes Drehbuch.

Zurück in Deutschland zog ich nach Berlin, in die Stadt der wilden Kreativen und der boomenden Fernsehbranche. Damals war das tatsächlich noch so.
Obwohl ich, seit ich 30 bin, regelmäßig töte, schrieb ich damals mehr humorige Serien, z.B. „Edel&Starck“ und „Berlin, Berlin“. Bei der Serie der „Bulle von Tölz“ entdeckte ich den Spaß am töten.
Ich entwickelte eine eigene Spielfilmreihe, die ich auch selbst als Producer betreute: „Stadt, Land, Mord“. Drei Jahre pendelte ich zwischen Schreibtisch und Dreh-Set. Es war genial.
Und ich brauchte sechs Monate Urlaub, um mich von dem Stress zu erholen.

Als ich 32 war, durfte ich meinen ersten „Tatort“ schreiben. Für den „Tatort: Nie wieder frei sein“ wurde ich mit dem Grimme-Preis und dem Deutschen FernsehKrimiPreis beschenkt.
Seitdem schreibe ich regelmäßig „Tatort“ (man arbeitet für gewöhnlich 7-9 Monate an so einem Drehbuch).

2012 mailte mich der Verlag Kiepenheuer&Witsch an, ob ich Lust hätte, einen Roman für sie zu schreiben.
Er erschien im September 2013 unter dem Titel „Wo die Angst ist“ und wird bald verfilmt. Der Folgeroman kommt im Frühjahr 2016 in die Buchläden.
Eine zeitlang habe ich als Gastdozentin an der Filmhochschule in München unterrichtet und auch eine Ausbildung zur Trainerin in „Gewaltfreier Kommunikation“ gemacht. Seit kurzem bin ich im Vorstand vom „Verband der Deutschen Drehbuchautoren“.

Immer mal wieder den Schreibtisch zu verlassen, über den Tellerrand zu sehen, was Neues auszuprobieren, sich in den Fluss des Lebens stürzen … das befruchtet einfach sehr.

Das Blogschreiben und -lesen finde ich eine großartige Bereicherung. Mal sehen, wie viel Zeit noch zum Drehbuchschreiben bleibt …

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5 Antworten zu “About

  1. Auftragsmörderin mit der Lizenz zur gewaltfreien Kommunikation? Da stimmt doch was nicht…..

    Gefällt 1 Person

  2. Auftragsmöderin? Interessant 🙂 Ich bin da eher spontan und lege um, was sich so ergibt – ganz ohne Auftag 😉 Wobei meine Krimi-Thriller erst noch veröffentlicht werden müssen….

    Gefällt 1 Person

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